Was Bioremediation ist und warum sie in einem Hafen funktioniert
Es ist kein Mittel, das den Ölfilm überdeckt, und kein Reiniger, der ihn verteilt. Es ist ein biologischer Prozess, bei dem Mikroorganismen den Kohlenwasserstoff fressen, bis er nicht mehr existiert.
Der Mechanismus, ganz ohne Rätsel
Ein Kohlenwasserstoff — Diesel, Benzin, Öl — ist eine Kette aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Für bestimmte Mikroorganismen ist diese Kette kein Gift, sondern Nahrung. Sie nutzen sie als Kohlenstoffquelle, bauen sie über ihren Stoffwechsel ab und geben frei, was übrig bleibt: Kohlendioxid und Wasser.
Genau das ist der Unterschied zu herkömmlichen Verfahren: Es bleibt nichts zum Einsammeln. Der Schadstoff wird nicht verlagert und nicht in Abfall verwandelt, den jemand entsorgen muss. Er verschwindet, weil er aufgezehrt wurde.
Drei Bedingungen dafür
- Geeignete, lebende Mikroorganismen. Es müssen Stämme sein, die Kohlenwasserstoffe abbauen können, und sie müssen aktiv sein, nicht ruhend.
- Physischer Kontakt zum Kohlenwasserstoff. Der Abbau beginnt dort, wo die Mischung den Ölfilm berührt. Erreicht sie ihn nicht, passiert nichts.
- Zeit. Es geht nicht sofort. Unter normalen Bedingungen ist der Prozess in ein bis zwei Tagen abgeschlossen.
Warum das besonders gut zu einem Hafen passt
Ein Hafen hat kein Problem mit gelegentlichen Unfällen, sondern mit einem ständigen Tröpfeln. Boote geben täglich Kohlenwasserstoffe ab — an der Tankstelle und über automatische Lenzpumpen. Wind und Strömung konzentrieren diesen Ölfilm immer in denselben Ecken, die zu den bekannten schwarzen Zonen werden.
Gegen einen ständigen Zufluss ist ein Verfahren ohne Abfall strukturell angenehmer: Sie lagern keine gebrauchten Absorber und vervielfachen nicht wöchentlich Ihre Entsorgung. Und weil die Anwendung flüssig ist, erreicht sie Flächen, in die kein mechanisches Gerät kommt: Wellenbrecher, Stegecken, Zwischenräume zwischen Pfählen und die Kaimauern selbst.
Was es nicht ist
Es ist kein Dispergiermittel. Ein Dispergiermittel zerteilt den Ölfilm in Tröpfchen und verteilt ihn in der Wassersäule: Er ist nicht mehr sichtbar, aber der Kohlenwasserstoff ist weiterhin da. Es ist weder ein Reiniger noch ein Absorber. Und es ist keine unerprobte neue Technologie: In Spanien wird sie seit drei Jahrzehnten bei Verschmutzungsereignissen eingesetzt.
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